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24. Juni 2010

China gibt Signal zur Aufwertung

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China will die Koppelung des Yuan an den Dollar aufheben. Profitieren würden die großen Exporteure nach China wie Japan, Südkorea, Taiwan, Australien und Brasilien. Der Bericht vom internationalen Finanzmarkt.

Von Bettina Schulz, London

Dieses Wochenende kam die überraschendste Nachricht für die Finanzmärkte nicht aus dem Krisengebiet der Währungsunion und seiner hoch verschuldeten Mitgliedsländer Griechenland, Portugal oder Spanien. Vielmehr war es die chinesische Notenbank (People's Bank of China), die am Samstagabend auf ihrer Website ankündigte, die Koppelung des Yuan an den Dollar aufzuheben. Trotz aller Kritik an China ob seiner bisherigen Wechselkurspolitik hatten Finanzmarktteilnehmer nicht erwartet, dass China gerade jetzt reagieren würde. Aber dieses Element der Überraschung gehört zur chinesischen Politik.
Der Zeitpunkt wurde von China wohl auch mit Blick auf den G-20-Gipfel am kommenden Wochenende in Toronto gewählt. Dort hätte sich China auf weitere massive Kritik an seiner Wechselkurspolitik gefasst machen müssen. Der amerikanische Präsident Barack Obama wurde bereits gedrängt, Handelssanktionen ins Auge zu fassen, woran weder die Vereinigten Staaten noch China interessiert sind. China nimmt dieser Kritik daher den Wind aus den Segeln.

Der letzte Wechsel zu einem freien, aber kontrollierten Wechselkursregime fand im Juli 2005 statt, als ebenfalls eine Koppelung an den Dollar aufgegeben wurde und die Währung Yuan in den drei Folgejahren gegenüber einem Korb von Fremdwährungen um 21 Prozent aufwertete. Im Jahr 2008, auf dem Höhepunkt der Banken- und Finanzkrise, kehrte China zu einer Koppelung des Yuan an den Dollar zurück, um Stabilität in der Krise zu signalisieren, aber auch, um die Belastungen abzufedern, die von der chinesische Exportindustrie angesichts der rückläufigen Nachfrage aus dem Westen geschultert werden mussten. Der Wechselkurs wurde mit enger Schwankungsbreite auf 6,83 Yuan je Dollar festgelegt.

Die chinesische Zentralbank hat nun nach der Änderung des Wechselkursregimes sogleich betont, dass eine deutliche Aufwertung des Yuan nicht gerechtfertigt sei. Zudem bleibt die bisherige Schwankungsbreite des Wechselkurses von 0,5 Prozent täglich unverändert. China wird die Aufwertung der Währung zunächst auf eine sehr langsame Wechselkursveränderung beschränken. In Asien ist das Beispiel Japans unvergessen, das 1985 im Plaza Accord einer drastischen Aufwertung des Yen zustimmte, die Japans Wachstum auf Jahre drosselte. Mit Blick auf die Aufwertung, die China nach 2005 zuließ, ist zu erwarten, dass mit einer Aufwertung des Yuan von 5 bis 7 Prozent jährlich zu rechnen ist.

Quelle:

http://www.faz.net/s/Rub58BA8E456DE64F1890E34F4803239F4D/Doc~EC6C437914E7F4919BA7F2130F537432C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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